Reformkonzept -> Die 4. Säule

4. Ganztagsschulen gehört die Zukunft

Kinder und Jugendliche wachsen heute unter anderen sozialen und kulturellen Bedingungen auf als noch vor zwanzig Jahren. Vielen der Heranwachsenden fehlt am Nachmittag ein verlässliches soziales Umfeld, welches Raum für Entfaltung, Kontakt und Sicherheit bietet. Eine Schule, die keine Lehranstalt ist, kann ein Ort sein, der für Schüler zur zweiten Heimat wird. Heute ist das für einen Teil der Heranwachsenden die Straße. Ganztagsschulen sollen als Angebot überall erreichbar sein, sie sollen aber nicht zu Pflicht werden.

Jede Schule soll feste und verlässliche Öffnungszeiten haben, innerhalb derer neben dem Unterricht auch die Betreuung gesichert ist. Damit rhythmisiert und vereinfacht sich nicht nur das Schulleben für die Schüler. Damit erhalten auch Eltern die nötige Sicherheit. Der Schülertransport kann effektiver und optimaler gestaltet werden. Schule ist nicht mehr nur Unterricht. Die Lehrer sind während der Öffnungszeiten an der Schule präsent, was zu einer teilweisen Neubestimmung der Lehrerarbeit führt. Die Ressourcenzuweisung an die Schulen vereinfacht sich.

Erster Schritt:
Volle Halbtagsschule
Die Trennung von Schule und Hort war ein Fehler und hatte vor allem fiskali-sche Gründe. Grundschulen und Horte werden zur Kooperation verpflichtet und wo immer möglich integriert. Die räumliche Zusammenführung wird gefördert. Perspektivisch muss der Besuch eines Hortes kostenfrei erfolgen. Die institutionelle Zusammenführung von Grundschule und Hort zu einer Ganztagsschule wird gefördert.

Grundschule und Hort
Zum Aufbau eines vielfältigen und interessanten Angebotes über die festen Öffnungszeiten hinaus erhalten die Schulen finanzielle Mittel in Höhe von bis zu 15% ihres Personalbudgets. Damit können die Schulen kulturelle, sportliche, soziale oder sonstige Angebote "einkaufen" oder kompetente Laien verpflichten. Die Schule öffnet sich so nicht nur ihrem Umfeld, sondern fördert es zugleich durch kaufkräftige Nachfrage und Bekanntmachung bei den Schülern. Schulen werden so noch stärker zu soziokulturellen Zentren und Orten kommunaler Kommunikation. Sie werden zugleich zu Förderern der Region, deren Potenzen sie selbst auch im Unterricht nutzen können, z. B. bei der Berufsfeldorientierung.

Vielfältige Ganztags-angebote
Bis zum Jahr 2008 soll ein auswahlfähiges und für jeden erreichbares Ganztagsschul-Angebot aufgebaut werden. Dazu erhalten die Schulen zusätzlich zu den Mitteln für Ganztagsangebote bis zu 15 % mehr Personal. Den Schulen steht es je nach Nachfrage und Annahme frei, zwischen offenen und gebundenen Formen zu wählen und zu mischen oder den Ganztagsschulbetrieb nur für einzelne Züge einzurichten. Da für Deutschland ohne Erfahrungen mit Ganztagsschulen aber mit den Erfahrungen einer Lernanstaltsschule für gebundene Ganztagsschulen zunächst mit Akzeptanzproblemen zu rechnen ist, empfehlen wir den Aufbau eines flächendeckenden Netzes an offenen Ganztagsschulen. Diese sollen an ein oder zwei Tagen ein gebundenes Angebot entwickeln um die Vorzüge einer Entzerrung des Lernprozesses erfahrbar zu machen. Die Förderschulen bzw. Förderschulteile werden in der Regel als Ganztagsschulen in gebundener Form geführt. Erreichbares Netz von Ganztagsschulen
Nach oben | Vorige Seite | Nächste Seite | Zurück |