Reformkonzept -> 1. Säule

1. Verantwortung an die Schulen
Wenn wir eine neue Lehr- und Lernkultur erfolgreich an unseren Schulen einführen wollen, dann brauchen wir hierfür vor allem das Engagement der Lehrer vor Ort. Dieses ist nur zu haben, wenn Lehrer die Verantwortung für den Bildungsprozess tatsächlich auch haben. Die Verantwortung haben sie nur, wenn sie auch die entsprechenden Gestaltungsmittel in die Hand bekommen und fachkompetent gebrauchen können. Nötig ist aber genauso, dass die unmittelbar und mittelbar von der Schule Betroffenen, also die Schüler, die Eltern, die kommunale Öffentlichkeit und der Schulträger, ihre Interessen, Forderungen und Wünsche in die Schule einbringen können.

Wir beenden das Behördendasein der einzelnen Schulen und geben ihr eine demokratische und effiziente Verfasstheit: Die Schulkonferenz entscheidet die Grundsätze, z. B. über das Schulprogramm. Der Schulvorstand trifft in diesem Rahmen die operativen Entscheidungen und kontrolliert die Schulleitung. Diese führt verantwortlich die laufenden Geschäfte. Konferenz und Vorstand sind hinsichtlich der Lehrer, Schüler und Eltern paritätisch zusammengesetzt und durch Vertreter des Schulträgers erweitert. Im Vorstand sind neben den Interessenvertretern der Schüler, Eltern und Lehrer auch von der Schulkonferenz ausgewählte Persönlichkeiten des regionalen öffentlichen Lebens vertreten. Die Schulaufsicht prüft von außen die Erfüllung der Bildungsziele und Einhaltung der Standards.

Neue Entscheidungs-träger
Die Schulen erhalten die Verantwortung, die ihnen anvertrauten jungen Menschen zum bestmöglichen Bildungsabschluss zu führen. Dazu schließen die Schule und die Eltern einen Schulvertrag ab, welche die wechselseitigen Pflichten und Rechte festhält. Die Schule muss ihr pädagogisches Konzept auf die Schüler ausrichten und hat dazu die Instrumente in der Hand. Somit wird die Förderung jedes einzelnen Schülers eine sehr viel größere Rolle spielen, als heute in einer Schule, die auf die Erfüllung der Lehrpläne in einer Klasse ausgerichtet ist. Die Eltern werden in diesen Prozess entsprechend ihrer Verantwortung einbezogen.

Schüler zum Erfolg führen
Wenn Schulen verantwortlich ein Schulprogramm umsetzen und über einen längeren Zeitraum die anvertrauten jungen Menschen optimal fördern und zum bestmöglichen Bildungsabschluss führen wollen, dann bedürfen sie der personellen Kontinuität. Wir werden den Schulen, wahrgenommen durch den Schulvorstand, die Personalhoheit geben. In seiner Verantwortung wird auch die Sicherung der Professionalität des Lehrkörpers liegen. Diese wird vor allem durch schulinterne Fortbildung entsprechend der konkreten Anforderungen des Schulprogramms gesichert.

Stabiles Lehrer-Kollegium
Eine eigenverantwortliche Schule bedarf nicht mehr der vielen Regelungen über ihre Binnenstruktur. Stattdessen legt sie die Grundsätze ihrer Arbeit in einem von der Schulkonferenz beschlossenen Schulprogramm nieder, welches eine Vielzahl bestehender Verordnungen ablöst (Schulordnungen, Wochenstudentafel etc.). Dafür bedarf es neben der Klarstellung der Bildungsziele (siehe 1.) einer drastischen Deregulierung. Freie und kommunale Träger sollen gleichbehandelt werden, soweit sie der Ableistung der Schulpflicht dienen.

Drastischer Bürokratie-abbau
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