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Als
wir 2002 diese Seite ins Netz und unser Schulreformkonzept vor-stestellten, erwarben 15 Prozent der
15-Jährigen nicht die nötigen Kompetenzen für ein
selbstbestimmtes Leben in der modernen Gesellschaft, verwehrten wir
ca. 30 % eines Jahrganges einen höheren Bildungsabschluss. An
dieser Situation hat sich nicht viel geändert, so dass die damals
gestellte Frage nach wie vor aktuell ist: Kann von Chancengerechtigkeit
die Rede sein, wenn wir 45 % eines Jahrganges benachteiligen?
Sicher sind fünf Jahre Regierungsbeteiligung der SPD auch an den sächsischen Schulen nicht spurlos vorbeigegangen:
- Ganztagsangebote sind
nicht mehr des Teufels sondern für über drei Viertel der allgemeinbildenden
Schulen mehr oder weniger Alltag, ermöglicht durch jährlich 30 Mio.
Euro. Aber von echten Ganztagsschulen sind wir vielfach noch weit entfernt.
- 9 Gemeinschaftsschulen als
Orte
längeren gemeinsamen Lernens in einer neuen Lernkultur sind als
Schulversuch ein kleiner Beginn zur Überwindung des gegliederten
Schulwesens, zur Übertragung der Verantwortung auf die Schulen und
damit eben auch für das Keimen und Reifen einer Kultur
selbstbestimmten Lernens - aber sie sind auch
ein Stachel im Fleisch der Schulideologen und so das Ziel offener
Angriffe und versteckter Behinderungen.
- Mehr als 2.000 erhaltene Lehrerstellen
haben dazu geführt, dass wir die Schuleingangsphase besser betreuen
können und Schüler-Lehrer-Relationen in skandinavischer Qualität haben.
- Mit je 5 Mio. Euro 2009 und 2010 fördern wir den Einstieg in die Kostenfreiheit des Schulbesuchs - auch das ein kleiner Schritt zu mehr Chancengerechtigkeit.
Aber
fünf Jahre Regierungsverantwortung haben uns auch in unserer
Einschätzung bestätigt: Nicht kleine Veränderungen sind nötig, sondern
ein Systemwechsel, der eine neue Lern- und Schulkultur schafft.
Wir brauchen und wollen eine Schule,
- die stark macht,
- die gerecht ist,
- in der Leistung Spaß macht und
- auf die Verlass ist.
Die SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag hat ihr Konzept zur Reform unserer Schulen fortgeschrieben. Wir sind auf Ihre Meinung sehr gespannt und stehen für Rückfragen und Hinweise gern zur Verfügung.
Martin Dulig, MdL Fraktionsvorsitzender
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